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Hallo zusammen,
das erste Wochenende im September ist gekommen. Es wurde auch langsam Zeit. Ich weiß ehrlich nicht was anstrengender ist: Intensive, schmerzende Trainingseinheiten oder die Angst vor Krankheit oder Verletzung zu besiegen, die in letzter Minute noch einen Strich durch die Rechnung machen und die Teilnahme am Wettkampf verhindern könnte. Doch Sonntag, 7.00 Uhr war es dann soweit: Nichts konnte den Start zur ersten Ironman- Distanz mehr verhindern. Bereits im Wasser, wich auch die in den Wochen zuvor immer vorhandene Unruhe und Angst jetzt einer Vorfreude, die kaum beschreibbar ist. Wird alles gutgehen? Wie komme ich, als grottenschlechter Schwimmer, aus dem Wasser? Sind 180km auf dem Rad wirklich zu bestehen? Und vor allem, wenn ich wirklich soweit kommen sollte, was macht der abschließende Marathon MIT mir? Als ich mich so im Wasser umsah, kam ich mir ziemlich einsam vor. Die Bilder schäumender Gischt, wild um sich schlagender Athleten, tausender Armpaare die das Wasser durchpflügen...nichts von alledem schien auf LD Cologne226 zuzutreffen. Friedlich machten sich die rund 400 Athleten nach dem Startfeuerwerk auf die Schwimmstrecke. Na ja, vielleicht lag es auch daran, dass ich mich gaaaanz rechts eingeordnet hatte, um dem ganzen Trubel aus dem Wege zu gehen. Wie auch immer, ich konnte von Anfang an meinen Rhytmus schwimmen, ganz ohne in Panik und Atemnot zu geraten. Der einzige Nachteil bestand darin, dass ich über die Wendeboje hinaus geschwommen bin und erst die gesamt Breite des Kanals zurücklegen musste, um mich auf den Rückweg zu machen. Hier wurde es dann etwas enger, da für den Rückweg nur zwei der neun Bahnen zur Verfügung standen. Aber das Feld hatte sich bereits in die Länge gezogen, so dass auch hier zu kaum nennenswerten Behinderungen kam. Nach etwas über 1:19h kam ich dann aus dem Wasser. Zwar etwas wackelig auf den Beinen, aber dank der netten Helfer konnte ich schnell sicher stehen und mich auf den Weg zur Wechselzone machen. Zufrieden mit der Schwimmzeit (ich hatte mit ungefähr 1:25h - 1:30h gerechnet; hey, ich habe ja geschrieben, daß ich ein grottenschlechter Schwimmer bin) konnte ich nun auf die zweite Etappe gehen: 180km Rad

Die Vorgabe war klar: 6:00h für die 180km hatte ich mir vorgestellt, auf alle Fälle strikt an die Pulsvorgaben halten und bloß nicht zu schnell angehen. Und vor allem: Essen und Trinken, so wie ich es mir die Tage und Wochen vorher eingeprägt hatte. Die Radstrecke in Köln ist flach, jedoch sehr windanfällig. Somit eigentlich nicht die Art Radstrecke, die bevorzuge. Ich kam ganz gut über die Radstrecke, musste zweimal pinkeln (wobei jedesmal gefühlte 3 Liter Flüssigkeit meinen Körper verließen) und kam nach 5:48h zum zweiten Wechsel. Leider hatte sich mein Garmin nach ca. 130km verabschiedet. Ich konnte aufgrund einer Meldung am Display (die sich leider nicht wegdrücken ließ), keinerlei Pulswerte etc. mehr ablesen. Vor allem beim abschließenden Marathon stellte sich dieser Umstand als sehr negativ heraus.
Jetzt kam der Teil, vor dem ich am meisten "Bammel" im Vorfeld hatte: Der Marathon! Ich bin zwar schon einige Marathons gelaufen, den letzten jedoch bereits 2003. Sicher weiß ich, dass der Marathon erst nach 25km anfängt...aber wenn es bis jetzt unerwartet gut gelaufen ist, warum dann nicht auch im Marathon so? Mein Traum im Vorfeld war es, die abschließenden 42,2km in 4h oder schneller zu laufen. Ruhig und kontrolliert begann ich den abschließenden Lauf, beim Halbmarathon lag ich noch auf Kurs zu einer Endzeit knapp unter 4h. Aber nach 25km musste ich zum ersten Mal etwas tun, was ich eigentlich unbedingt vermeiden wollte: Ich musste ein Gehpause einlegen...und dann noch eine und noch eine und viele weitere folgten. Schuld daran waren Schmerzen in den Oberschenkeln und in den Füßen. Na ja, immerhin hatte ich an den Verpflegungstellen jetzt immer genug Zeit, um die Getränke in aller Ruhe zu mir zu nehmen.
Nach 4:30h hatte der Wechsel zwischen Gehen und kurzen Laufpausen ein Ende. Die Zielgerade in Sichtweite, den Jubel der Zuschauer und den Kommentar des Sprechers in den Ohren: Ich höre meine Namen und kann es kaum glauben: GESCHAFFT! Nach 11:49h im Ziel, es war vollbracht. Ein unglaubliches Glücksgefühl, man muss es einfach mitgemacht haben...und nicht nur einmal, soviel stand schon vor dem Cologne226 fest.
Das war mein Weg zum ersten Finish eines Triathlons über die Ironman-Distanz. Selbstverständlich war das nur ein kurzer Bericht für ein Jahr der Vorbereitung, damit verbundener Entbehrungen und dem Rennen selbst. Selbverständlich gäbe es viel, viel mehr dazu zu erzählen. Aber jetzt, vier Wochen nach dem Rennen, hat eine neue Zeitrechnung begonnen, wie Ihr unschwer aus dem Titelthema dieses Blogs erkennen könnt.
Und genau über diese kommenden Wochen, Monate und Jahre werdet Ihr nun ständig auf dem Laufenden gehalten und über den Stand unseres Vorhabens informiert...
Im nächsten Beitrag findet Ihr nochmal ein kleines Resüme zum Cologne226...
Stay Tuned...
Harald Sperl
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